Lehman Brothers - Newsletter 2/08: Insolvenzverfahren und BankenhaftungInsolvenzfristen und Kenntnis der Banken vom Desaster bei Lehman Brothers?I. Kenntnis der Banken vom Desaster bei Lehman Brothers? Bis kurz vor der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers wurde Bankkunden von ihren Anlageberatern die Investition in Zertifikate von Lehman Brothers empfohlen. Warum? Hatten die Banken keine Kenntnis von dem wirtschaftlicher Talfahrt des Bankhauses Lehman Brothers, deren Insolvenz auch zur Zahlungsunfähigkeit ihrer Tochtergesellschaften führte. Wohl kaum. Das erste prominente Opfer der US-Hypothekenkrise war die amerikanische Investmentbank Bear Stearns, die im März dieses Jahres durch die US Bank JP Morgan Chase übernommen wurde. Der Finanzwelt musste klar gewesen sein, dass damit nicht ein Schlusspunkt in der amerikanischen Finanzkrise gesetzt war, sondern der Ruin der Investmentbanken jetzt offensichtlich und nicht mehr aufzuhalten war. Die Bonität der Banken wird in der Finanzwelt durch Ratingagenturen geprüft und durch ein Buchstabensystem klassifiziert. Dabei steht in der Regel der Buchstabe „A“ für eine sehr gute Bewertung, „D“ für die schlechteste. Nun behaupten deutsche Banken, dass noch bis zum Tag der Anmeldung des Gläubigerschutzverfahrens die Bonität der Lehman Brothers Holding Inc. von amerikanischen Ratingagenturen mit „A“ bewertet wurde. Ob dies der Tatsache entspricht, wird zu prüfen sein. Auch ist noch unklar, ob sich die Banken bei der Ausgabe der Zertifikate ausschließlich auf das Rating verlassen konnten. Gerade von den Banken, die gegenüber ihren Kunden einen eindeutigen Wissensvorsprung haben, kann und muss verlangt werden, den Markt im Allgemeinen zu beobachten. Geht es um die Ausgabe von Zertifikaten amerikanischer Investmentbanken, so kamen die Banken nicht umhin, die Auswirkungen der US-Finanzkrise in ihre Beratungsrichtlinien einzubeziehen. Sich allein auf die Ratings zu verlassen, war grob fahrlässig. Vielmehr hätten die Banken bereits anhand der so genannten Credit Default Swaps (CDS) frühzeitig den Verlust der Bonität von Lehman Brothers erkennen können. Die Credit Default Swaps bewerten das Kreditausfallrisiko eines Geldinstituts. So leihen sich Banken untereinander Geld, wobei sich die geldgebende Bank gegen den Ausfall der Rückzahlung versichert. Diese Ausfallversicherung ist um so teurer, je höher das Risiko eines Ausfalls eingeschätzt wird. Dieses Risiko wird in einem Punktesystem dargestellt, wobei durchschnittlich eine Punktezahl von 10-20 vergeben wird. Schon lange vor dem Zusammenbruch war der Wert von Lehman Brothers auf alarmierende 400 Punkte angestiegen. Die Forderungsanmeldungen sollten begründet werden und auf Englisch zu verfassen. Fristen: Anmeldungen müssen idR. binnen 60 Tage vom Zeitpunkt der ersten Gläubigerversammlung an beim zuständigen Insolvenzverwalter eingehen. Wie können Sie dem Lehman-Beratungspool beitreten? Tel.: 030 / 440 449 66 E-mail: Steffan@kanzleimitte.de
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